Introduction
Stell dir vor (imagine), ein Koffer schließt. Im Jahr 1989 fliegt meine Mutter in ein Flugzeug nach New York. Sie verließ die Dominikanische Republik und ging in eine ungewisse (uncertain) Zukunft. Im selben Jahr fiel die Berliner Mauer. Ost- und Westdeutschland wurden wieder vereint. Beide Ereignisse sind Geschichten von Trennung und Neuanfang, die Reise meiner Mutter und die deutsche Wiedervereinigung.
Mein digitales Portfolio hat diese Themen – Neuanfänge und die Unsicherheit (Uncertainty), die sie bringen. In den Aufgaben Interview, Familienstammbaum und Gegenstand erzähle ich von der Zeit, als meine Mutter nach New York kam. Ich zeige, wie ihre Erfahrungen mit größeren historischen Ereignissen verbunden sind. Der persönliche Aufsatz ist eine Fortsetzung ihrer Geschichte. Ich schreibe darüber, wie ihre Suche nach Bildung meinen Weg beeinflusst hat. Die Ausstellungsmaterialien aus dem Wende Museum zeigen, dass es in Zeiten der Freiheit auch Überwachung gab. Während der Wiedervereinigung waren nicht alle Geschichten gut. Auch in der Dominikanischen Republik im Zweiten Weltkrieg war nicht alles so, wie es schien (Not everything was as it seemed). Präsident Trujillo nahm jüdische Flüchtlinge auf. Aber seine wahre Absicht (Intention) war, die Bevölkerung „aufzuhellen“ (to lighten).
Dieses Portfolio zeigt, wie persönliche und historische Geschichten zusammenkommen. Es erinnert uns daran, dass das Leben nicht nur schwarz oder weiß ist. In den Materialien findest du Geschichten von Migration, Erinnerung und den grauen-Zonen zwischen.





-Wende Museum,
Culver City, Los Angeles
Semesterbeiträge
Ausstellungsmaterialien
Reflexion
Durch dieses Projekt habe ich anders über Neuanfänge nachgedacht. Früher dachte ich, ein Neuanfang bedeutet, alles hinter sich zu lassen und neu zu starten. Aber durch die Geschichte meiner Mutter und die deutsche Wiedervereinigung habe ich gemerkt (remembered), dass Neuanfänge nicht so einfach sind. Sie sind oft voller Hoffnung und Angst, Fortschritt und Verlust. In meinen Aufgaben habe ich gesehen, wie meine Mutter und Deutschland ähnliche (similar) Unsicherheiten erlebt haben: ein neues Leben aufzubauen und trotzdem die Vergangenheit nicht loslassen zu können (to be able to let go). Ich war überrascht, wie viele Geschichten versteckt bleiben. Meine Mutter wusste nicht, warum Trujillo wirklich jüdische Flüchtlinge in die Dominikanische Republik einlud (invited). Erst viel später erfuhr sie von seinen wahren Absichten. Das hat mich daran erinnert, dass die Geschichten, die wir uns über Neuanfänge erzählen, oft unvollständig sind. Das passt auch zu den Ausstellungsstücken aus dem Wende Museum. Während der Wiedervereinigung gab es Freiheit, aber auch Überwachung und Kontrolle.
Für die Zukunft frage ich mich: Wie verändern sich die Geschichten über Neuanfänge im Laufe der Zeit? Was wird erinnert, was vergessen? Und wie gehen Menschen mit den Teilen ihrer Geschichte um, die nicht zum „offiziellen“ Bild passen? Diese Fragen könnten mir helfen, persönliche und historische Erzählungen noch besser zu verbinden.