Eine Eisenbahn durch die Zeit

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Eine Eisenbahn durch die Zeit

Als ich mir zu Beginn des Semesters ein Objekt aussuchen sollte, über das ich schreiben wollte, fiel mir die Entscheidung gar nicht schwer. Sofort dachte ich an die Modelleisenbahn, die mein Papa und ich gebaut haben, als ich klein war. Ich dachte nicht nur daran, weil die Züge so viele meiner schönsten Erinnerungen verkörpern, sondern auch, weil sie für das Vorbild stehen, das mein Vater für mich ist. Auch wenn ich selbst große Freude daran hatte, an unserer Eisenbahn zu arbeiten, war der eigentliche Grund, warum ich sie bauen wollte, dass mein Vater das Gleiche getan hatte, als er ein Kind war. Die Wahl der Eisenbahn als mein Objekt erlaubte es mir, in die Kindheit meines Vaters zu reisen, seine Geschichten zu hören und sein Leben und seine Zeit aus einer neuen Perspektive zu verstehen.

Ich habe den Großteil des Semesters damit verbracht, mehr über das Leben meines Vaters in dem Alter zu lernen, in dem ich angefangen habe, Modelleisenbahnen zu bauen. Dabei habe ich viel über seine Kindheit im Iran erfahren. Die Angst die ihn täglich begleitet hat, ist für mich kaum vorstellbar. Die Modelleisenbahn hat mich in diese Zeit zurückversetzt und mir ermöglicht, viele Verbindungen zwischen seiner Kindheit und meiner Gegenwart zu ziehen.

 

Genealogie dutch die Geschichte, die mich formte

Während meiner Forschung über meinen Vater und sein Leben im Iran ist mir aufgefallen, wie sehr sich seine Kindheit von meiner unterschied. Wenn ich mir darüber Fragen stelle, wie es wäre, im Iran während der Revolution aufzuwachsen, fühle ich mich mit 19 Jahren alt erschreckt. Ich stelle mir vor, in ständiger Furcht mein Leben zu leben. Mir ist es ehrlich gesagt unvorstellbar, als Siebenjähriges Kind im Iran aufzuwachsen. 

Mein Vater hat es dagegen geliebt. Er spricht kaum über die Furcht oder die Gewalt, die um ihn herum eine Konstante war. Kaum spricht er über die Aspekte, die mich erschrecken, sondern meistens redet er über typische kindliche Erfahrungen. Am meisten spricht er über sein Batman-vs.-Superman-Spiel, das er immer mit seinen Freunden gespielt hat. Wenn ich nur an Batman oder Superman denke, ähneln sich unsere Kindheiten schon ziemlich stark. 

Zwei Sachen sind mir in meiner Forschung über seiner Kindheit aufgefallen: wie viel Glück ich in meiner Kindheit hatte und wie es während einer brutalen Zeit immer noch Freude gibt. Eine Revolution im Iran musste es geben, die Umstände erforderten es. Doch so chaotisch eine Zeitperiode oder ein Land auch sein mag, wenn man sich die Geschichten einer einzelnen Person anhört, gibt es immer Freuden zu finden. Natürlich hatte mein Vater keine Ahnung, was genau um ihn herum geschah – er war erst sieben Jahre alt –, aber eine Revolution hat ihn nicht davon abgehalten, die gleichen Freuden der Kindheit zu erleben wie ich. Mich hat es auch berührt, wie viel Glück ich in meinem eigenen Leben habe. Natürlich erleben alle Höhen und Tiefen, aber mir wurde von meinen Eltern ein Leben geschenkt, das hauptsächlich Höhen hatte. Nachdem ich gehört habe, wie es Zeiten gab, in denen es kein sauberes Wasser oder Essen gab, fühlten sich meine „Probleme” im Leben ziemlich klein an. Der Gedanke daran, dass Menschen überall, in anderen Teilen der Welt und hier, kämpfen, um ihre biologischen Bedürfnisse zu erfüllen, hat mir eine ganz neue Perspektive eröffnet – besonders als jemand, der bei einer Note unter 93 in Panik gerät.

Wenn ich über das politische Klima in den USA nachdenke, wird es mir klar, dass dieses Land durch die Politik extrem polarisiert und gespalten ist. Man kann den Hass und die Wut in diesem Land spüren. Es ist so wichtig, bewusst Zeit zu nehmen, um manchmal darüber nachzudenken, was für ein Privileg es ist, in einem Land zu leben, in dem es sauberes Trinkwasser gibt. 

Das Leid anderer ist kein Grund, seine eigenen Schwierigkeiten abzutun, es ist eine Gelegenheit, einen Schritt zurückzutreten und Probleme ins Verhältnis zu setzen. Ich mache mich selbst ständig fertig, dass ich ein schönes Leben hatte, und das Gefühl, dass ich es nicht verdient habe, lässt mich nie alleine. Mein ganzes Leben lang habe ich mit Imposter-Syndrom gekämpft, einem „behavioral health phenomenon described as self-doubt of intellect, skills, or accomplishments“ (Huecker 1).  Jede gute Note, jede schöne Erfahrung, jeder glückliche Moment wird bei mir von Schuld begleitet, weil ich mir erzähle, dass ich es nicht verdiene. Es hat so viel von meinem Leben mit Schuld eingenommen. Als ich jahrelang mit Depression gekämpft habe, konnte ich nicht mal mit anderen offen darüber sein, weil ich das Gefühl hatte, dass ich kein Recht darauf hatte, überhaupt depressiv zu sein. 

Doch wenn ich über die Kindheit meines Vaters und die extremen Lebensumstände nachdenke, hilft es mir zu verstehen, dass wir alle unterschiedliche Hintergründe haben, die uns zu dem machen, was wir sind. 

Eine Revolution zu durchleben, kann man sicherlich als traumatisches Erlebnis sehen – aber gleichzeitig war es genau das, was meinen Vater zu dem großartigen Menschen gemacht hat, der er heute ist. Das Leben in einem fremden Land hat seine Interesse an der Welt geweckt. Es hat ihn zu seiner Karriere geführt, die er liebt.

Ich habe jahrelang so viel meiner Energie darauf verwendet, wütend auf mich selbst zu sein, weil ich in mein Leben hineingeboren wurde. Dabei wäre es viel sinnvoller, dieses Leben zu nutzen, um Gutes zu tun. Ich kann nicht behaupten, dass diese Geschichte meines Vaters mein Imposter-Syndrom heilt, aber sie hat mir geholfen, die Dinge aus einer positiven Perspektive zu betrachten. „Der Genealoge durchwühlt den Boden, auf dem er sich selbst befindet, er schreibt sich selbst nur ein partielles und perspektivisches Wissen zu; „und die ‚wirkliche Historie‘ betreibt an dem Ort, an dem sie steht, die Genealogie der Geschichte” (Foucault 1). Dieser Satz hat mich besonders berührt, denn genau das versuche ich gerade: den Ort, an dem ich stehe, meine Geschichte, meine Familie, meine Erfahrungen zu verstehen. Ich will ehrlich hinschauen, ohne mich dafür zu schämen. Natürlich kann ich die Dinge nie komplett objektiv sehen, doch so fällt es mir leichter, meine Perspektive zu ändern und bewusster mit meinem Leben umzugehen. Wir werden alle in unterschiedliche Lebensumstände hineingeboren, die uns zu dem Menschen machen, der wir sind. Meine Perspektive hat sich von Wut auf mich selbst, zu dem Wunsch, dieses Leben zu nutzen, um etwas Sinnvolles daraus zu machen, geändert.

Die Schönheit darin, in der Vergangenheit zu suchen, liegt darin, dass wir in einer Welt leben, in der wir alle so einzigartig sind und das Leben eines anderen Menschen niemals vollständig verstehen können – und trotzdem kann jeder Einzelne von uns aus der Vergangenheit lernen. Was ich aus der Geschichte meines Vaters mitnehme unterschieden sich wahrscheinlich von denen die mein Bruder, oder jemand anders, daraus ziehen würde, aber alle können etwas daraus lernen. Geschichte mag sich wiederholen oder reimen, doch eines tut sie mit Sicherheit, Sie lehrt.

 

Familienstammbaum

Wenn es eine Person im Leben gibt, die mir unglaublich ähnlich ist, ist es mein Papa. Mein ganzes Leben lang hat er mir gesagt, dass wir uns ähnlich sind, doch im letzten Jahr wurde mir offensichtlich, wie sehr das stimmte. Mein ganzes lebenlang war er mein Idol, wenn leute mich fragen warum ich Wirtschaft machen sage ich ihnen meistens das es mich interessiert, aber in wirklichkeit stammt es davon das mein Vater es macht. Wir haben die gleichen Stärken, wir sind disziplinierte und motivierte Arbeiterund lieben Mathe. Die selben Schwächen haben wir auch, um unsere Emotionen zu sprechen, würden wir willinglich überhaupt nie. Mein Vater war schon immer mein größter Fan, deswegen halte ich es für besonders schön, mal über sein Leben zu schreiben.

Als er nur sechs Jahre alt war, ist mein Vater mit seiner Familie wegen der Arbeit seines ters nach Iran gezogen. Er ist im Iran auf eine deutsche Schule gegangen, und wenn er über seine Ereignisse in Iran spricht, hört es sich immer unglaublich positiv an. Einz seiner lieblings erinnerungen ist es in Iran amerkanischen Fehrnseserien zu schauen, wie Scooby-doo oder Batman. 

Am Anfang hätte der Umzug dauerhaft gewesen sein, doch während dem Jahr wurde es in Iran mehr und mehr unsicher. Die Schule meines Vaters wurde gestrichen und Monate lang durfte er nur im Haus sein. Sein Vater ist jeden abend mit einem Hammer unter seinem Kissen schlafen gegangen. Als ich mit ihm über seine zeit in Iran gesprochen habe, hat er mir davon erzählt wie er ein mal auf ein Spaziergang mit seine Familie gegangen ist, und wie Iranische mitglieder Steine auf ihn und seine Familie geschmissen haben. Es kam zu einem punckt wo seine Eltern wussten das die Brooks Familie nach Deutschland zurück ziehen musste, befor viel schlümmeres passieren könnte. Jeden Tag mussten seine Eltern ins Bett, mit dem bewusst das ihr Haus einfach von Revolutionisten eingebrochen werden könnte. In Iran war es viel zu gefährlich, ein leben zu haben, besonders für zwei Kleinkinder.

Sie nahmen einen der letzten Flüge nach Deutschland aus dem Iran, in December 1978. Ihre ganzen Möbel haben sie im Iran gelassen, mit der Hoffnung, dass es irgendwann sicher wäre, zurückzuziehen, doch die Revolution hat alles, was mal ihr Zuhause war, mit sich heruntergebracht. Auf diesem Flug hatte mein Vater Angst, weil er davon gehört hatte, wie der Schah seine Feinde aus Flugzeugen über die Wüste ausgeschmissen hat. Obwohl wir uns unglaublich ähneln, kann ich es mir nie vorstellen, als sechsjähriges Kind durch den Anfang einer Revolution zu leben und Angst davor zu haben, dass ein Schah mich aus einem Flugzeug schmeißt. Die Geschichten von seiner Zeit in Iran gefallen mir immer besonders, weil es so anders ist von dem Leben was ich hatte und was ich für ihn vorstelle. Es sind Geschichten von meiner Familie die ich immer bahalten will und die durch generationen hoffentlich weitergegeben werden.

 

Meine Deutsche Geschichte

Seit der dritten Klasse habe ich mir schon immer gedacht, dass es nichts Cooleres gibt als Amerika. Mein Vater hat als kleines Kind genau dasselbe gedacht. Meine Freunde waren alle Deutsch, aber um rebellisch zu sein, sprachen wir immer auf dem Parkplatz bei der Deutschen Schule Englisch. Das hat uns auf jeden Fall sehr cool gemacht (auf der deutschen Schule zumindest). Doch je älter ich werde, desto mehr assoziiere ich mich mit Deutschland, mit der Sprache, der Kultur und dem Land. Ich bin mir nicht sicher, wann ich mich in ein Deutschland liebendes Mädchen verwandelt habe, doch durch die Jahre wird das Gefühl stärker und stärker. 

Ich studiere, seit  ich geboren bin, Deutsch. Also vielleicht nicht ganz. Ich war als kleines Mädchen, seitdem ich drei war, auf einer deutschen Schule in Washington, D.C. Ich habe nach der siebten Klasse die Schule gewechselt und habe ehrlich gesagt danach so wenig Deutsch gesprochen wie möglich. Mein Vater hat mich immer auf Deutsch angesprochen, aber ich fand Amerika und Englisch doch schon immer so cool. Je älter ich werde, desto mehr will ich Deutsch wieder richtig fließend sprechen können. I fand immer Deutsche Grammatik interessant zu lernen, aber mein Lieblingsfach, das ich auf Deutsch gelernt habe, war immer Geschichte. In der sechsten Klasse haben wir uns mit Konstantinopel beschäftigt, und ich finde es noch bis heute faszinierend. 

In diesem Seminar würde ich gerne mehr über die Geschichte Deutschlands lernen. Geschichte ist eines meiner Lieblingsfächer und ich habe es schon jahrelang vermisst, Geschichte auf Deutsch zu lernen. Wir haben auf der Deutschen Schule, wie ich vorher  gesagt habe, Geschichte auf Deutsch gelernt, doch die Geschichte Deutschlands haben wir nie wirklich von Anfang bis Ende durchgemacht. Ich war auch natürlich auf der Zeit viel jünger als jetzt, doch das Wissen der Geschichte fehlt mir allerdings. Deswegen freue ich mich riesig darauf, in einer Klasse zu sein, wo ich die Gelegenheit habe, mein Deutsch zu üben, meine Meinungen zu äußern und die Geschichte Deutschlands besser zu lernen.

Ich würde gerne in der Zukunft in Europa leben, Deutschland inklusive. Ich habe mich schon mein ganzes Leben lang in Europa wohlgefühlt, hauptsächlich in Deutschland. Unser Haus in Deutschland steht auf einer riesigen Wiese mit Kühen. So etwas gibt es in Amerika viel zu wenig, finde ich. Ich will unbedingt in Finanzen arbeiten, mein ganzes Leben lang träume ich davon. Ich würde es natürlich in Deutschland auch gerne machen. Ich kann mir es schon jetzt gut und schön vorstellen, mein Leben, das Leben meiner Kinder, in Deutschland zu gestalten, und natürlich wäre es ein großer Vorzug, so nah an meinen Großeltern in Deutschland zu sein.

 

Familienobjekt

Für mein Familienobjekt habe ich mir einen kleinen Holzzug ausgewählt. Dieser Zug hat mir schon immer ganz besonders gefallen. Er steht bei meiner Oma im Haus, genau rechts nach dem Eingang von ihrem Haus. Er steht, Staub gesammelt, bei ihr in einem massiven Kabinett unter einer unfassbar alten Uhr. Dieser Holzzug ist nicht nur ein normaler blöder Zug, ganz im Gegenteil, er ist wunderbar. Jeder Zugwagen hat einen Buchstaben und zusammen schreiben sie „Anni” aus. Er ist nicht bemalt, er ist nicht aufmerksamkeitssuchend. Er steht ruhig in seiner Ecke, mit hellbraunem Holz, und spricht mich immer an. Meine Oma kann sich nicht daran erinnern, wann sie den Zug gekauft hat: „Wahrscheinlich nach deiner Geburt”, hat sie mir erzählt. Dieser Gegenstand hat keine besondere Geschichte, seine Geschichte wurde sogar vergessen, doch so finde ich es perfekt. Mir ist es egal, wann er gekauft wurde oder welche Farbe er bemalt oder nicht bemalt ist, sondern mir geht es nur darum, dass es mich jedes Mal glücklich macht, an ihm vorbeizulaufen. Mein Zug hatte nie eine wichtige oder rührende Geschichte, doch Geschichten konnte ich mir unendlich ausdenken. Danach habe ich mir zuhause einen Bahnhof gebaut. Daran habe ich schon jahrelang nicht mehr gearbeitet, doch es ist eine meiner glücklichsten Erinnerungen. Dieser hätte nie besonders sein sollen, doch besonders wird er mir immer sein.

 

2015

Ich wurde heute Morgen zu früh aufgeweckt. Es ist ein Samstag, warum kommt dieses Mädchen schon um 7 Uhr morgens nach unten, um an mir zu bauen? Ein merkwürdiges Kind ist sie schon. Irgendwas Neues hält sie in ihren Händen. Kaum kann sie es hochheben – schön wäre es, lesen zu können, allerdings lernt man das als Zug leider nicht. Jetzt kommen die anderen, ihr Papa und ihre Mutter, der Bruder schläft wahrscheinlich noch – schön hat er es. Aus den Kisten nehmen sie ein paar Sachen raus, jetzt freue ich mich, ich glaube, sie wollen mich schöner machen. Vielleicht kriege ich einen neuen Parkplatz oder einen neuen Zug, mit dem ich Wettrennen haben kann! Es sieht sich aber irgendwie anders aus. Das Mädchen lächelt riesig , so habe ich sie schon seit dem ersten Tag, an dem sie an mir gearbeitet hat, nicht gesehen. Nach dem ganzen Auspacken sehe ich Gips und graue Farbe. Jetzt fühle ich mich so richtig verwirrt. 

Nach einer Weile sagt sie es endlich. Einen Tunnel baut sie mir! Ein riesen Gips-Hügel mit einem Tunnel, unter dem ich durchpassen werde. Das ist ja eine schöne Idee. 

Ans Bauen geht’s jetzt. Ich freue mich schon riesig hierauf. Zwar habe ich keinen neuen Zugfreund bekommen, doch meinen eigenen Tunnel – besser geht’s nicht. Das kleine Mädchen freut sich offensichtlich auch darauf. Den Gips muss sie erst nass machen, danach fängt sie an, ihn vorsichtig über mich hinzulegen. Nach einer Weile fängt die Bemalung an. Mit einer dunkelgrauen Farbe streicht sie meinen Hügel an. 

„Ab ans Fahren!!!“, denke ich mir. Bitte lass mich ein paar Runden rennen, damit ich diesen Tunnel ausprobieren kann! Doch das Mädchen hat etwas anderes vor …

Sie will unbedingt Arzt spielen. Sie tut so, als ob sie ihren Arm gebrochen hätte, und legt den Gips um ihn herum. Als blöd und langweilig würde ich dieses Spiel beschreiben. Doch langweilig blieb es tatsächlich nicht. Plötzlich merkt sie, dass der Gips um ihren Arm ganz fest wurde. Sie steckt jetzt in ihm drin. Komplett schockiert guckt sie sich herum. Ihre Eltern sind schon vor langer Weile nach oben verschwunden und stark ist sie auf jeden Fall nicht, um den Gips alleine abzunehmen. Sie ruft nach ihren Eltern und kurz danach kommen sie herunter.

Als Erstes lachen sie beide, doch nachdem ihre Mutter merkt, dass sie den Gips auch nicht abbekommt, weigert sich das Lachen. Ab zum Arzt.

Nach ein paar Stunden kommt das kleine Mädchen endlich wieder mal zu mir runter. Jetzt darf ich zufrieden ein paar Runden durch meinen wunderschönen Tunnel fahren.

 

Meine wichtigste Erkenntnis aus diesem Projekt ist, dass ich diesen Weg der Forschung auf die Geschichten anderer weiterverfolgen möchte.

Ich habe es geliebt, mehr über das Leben meines Vaters zu erfahren und Verbindungen zu meinem eigenen Leben herzustellen – und genau das möchte ich auch mit anderen Menschen machen. Menschen führen solche einzigartige Leben, und ihre Geschichten aus ihrer Perspektive zu hören und daraus Lehren für das eigene Leben zu ziehen, kann eine echte Lernreise sein.

Ich glaube, eine besonders spannende zukünftige Erkundung wäre es, mehr über jemanden zu lernen, dessen Leben viel weniger mit meinem verbunden ist.

Zu hören, wie jemand aufgewachsen ist und gelebt hat – völlig unabhängig von meinem eigenen Lebensweg – und daraus Rückschlüsse zu ziehen, könnte eine sehr bereichernde Erfahrung sein.