Ich: Hallo Pop Pop! Ich wollte dir ein paar Fragen über Mom Mom stellen. Ich weiß, dass das Timing dafür nicht das beste ist (Ihr 74. Geburtstag wäre am 31. Marz gewesen und ich führte dieses Interview am Tag davor), also kannst du ruhig mitteilen, womit du dich wohlfühlst.
Opa: OK, ich werde mein Bestes geben. Los geht’s!
Ich: Also, als Anfangsfrage: Was ist dein Lieblingserinnerung an Mom Mom?
Opa: Als ich sie in einem Club in Margate (eine Stadt an der Küste von New Jersey) traf. Das Motto des Clubs an diesem Wochenende lautete: „Sadie Hawkins trifft ihren Cowboy“. Es lief so, dass ein Lied gespielt wurde und die Frauen um die Bar tanzen. Wenn die Musik aufhörte, mussten die Frauen vor einem der Männer stehen bleiben. Es passierte einfach, dass Mom Mom vor mir stehen blieb. Das Lustige war, dass sie den Anstecker, den sie mir geben sollte, vor die Füße fallen ließ. Sie sah zu mir auf und sagte: „Hebst du ihn auf?“ Eines führte zum anderen, und ja, so lernten wir uns kennen.
Ich: Was für eine schöne Geschichte! Dies bringt mich zu meiner nächsten Frage, die sich auf das bezieht, was ich von Mom Mom am meisten in Erinnerung habe: ihre Kochkünste. Da du sie schon länger kanntest als ich, was war deiner Meinung nach das Beste, was für dich kochte?
Opa: Es war zweifellos ihr deutscher Kartoffelsalat. Sie kochte ganze rote Kartoffeln, bis sie weich waren. Dann mischte sie etwas Essig und eineinhalb Pfund Speck hinein. Mom Mom lernte das Rezept von ihrer Mutter, die in den 1930er Jahren aus Baden-Baden in die USA kam.
Ich: Das klingt sehr köstlich. Wenn ich auf meine Lebensgeschichte zurückblicke, weiß ich, dass 2012 ein sehr schwieriges Jahr war. Woran erinnerst du dich von damals?
Opa: Nun, das war der Anfang vom Ende ihres Kampfes gegen den Krebs. Ich erinnere mich, dass wir unser Picknick am 4. Juli machen wollten, aber sie hatte eine Sepsis aufgrund eines Rückschlages bei ihrer Chemotherapie. Also sagten wir das Barbecue ab und brachten sie in das Pflegeheim Buckingham Valley, und dort verbrachte sie den Rest des Jahres. Das Schlimmste daran war, dass sie, als Hurrikan Sandy später im Jahr zuschlug, fast zwei Wochen lang ohne Strom dort festsaß, und ich konnte sie nicht besuchen. Sie wurde im Januar 2013 entlassen, weil sie fast ein halbes Jahr dort gewesen war, aber Ihre Chemotherapie wurde abgebrochen, und von da an ging es es bergab. Sie war jedoch entschlossen, Spencers (mein jüngster Cousin) Taufe noch zu erleben, bevor sie starb.
Ich: Ja, ich erinnere mich genauso lebhaft daran. Als abschließende Frage: Wie erinnerst du dich an Mom Mom als Person und was bedeutet sie dir?
Opa: Weißt du, als wir uns das erste Mal trafen, suchte keiner von uns etwas Ernstes. Ich war in der Armeereserve und Mom Mom war mit anderen Männern ausgegangen. Aber das gefiel ihr an mir, weil meine Haare kurz waren, während alle anderen Jungs lange Haare hatten. Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich mich mit ihr verabredete. Mein Freund, der im selben Kanuclub war wie ich, heiratete, und ich fragte Mom Mom, ob sie mit mir zu Hochzeit gehen wollte, und sie stimmte zu. Natürlich war ich eine Stunde spät, um sie abzuholen, was nicht gut endete, und die Beziehung begann damit, dass sie mich nicht mehr sehen wollte. Jedoch sagte ihre Mutter ihr, dass sie mir das ins Gesicht sagen musste und dass sie ihr nicht helfen würde. Dann kam Mom Mom die Treppe herunter und ging mit mir heraus. Aber ja, um deine Frage zu beantworten, Noah: Wo immer wir auch hinkamen, wir lachten immer zusammen und erzählten Witzen, und alle dachten, wir würden perfekt zussamenpassen. Wir hatten unsere Höhen und Tiefen, aber wir klärten es immer miteinander. Das beste Beispiel dafür war, dass ihre Mutter starb, als ich gerade den Mut aufbrachte, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Es tat ihr weh, denn ihre Mutter war der Klebstoff ihrer Familie. Wir standen es gemeinsam durch und heirateten ein Jahr später. Dann brachte sie Craig (mein Vater), Rob, Kevin und Melissa (meine zwei Onkeln und meine Tante) zur Welt. Von da an übernahm Mom Mom in unserer Familie eine ähnliche Rolle wie einst ihre Mutter. Sie wollte, dass wir gemeinsam stark sind und durch dick und dünn zusammenhalten. Ich hoffe nur, dass ich euch allen das vermittelte.