Einleitung

Mauer Austellung circa 2017

Jeden Samstag rufe ich meine Mutter an. Es handelt sich um das tägliche Leben hier und zu Hause, bis sie fragt: „Und wie gehts im Deutschkurs?” Ich beschreibe die Woche– was ich gelesen und gesehen habe und was ich darüber gedacht habe. Dann kommen vielleicht ein paar Geschichten von ihrer Seite. Sie erinnert sich an etwas, erklärt eine Meinungsverschiedenheit, oder empfiehlt mehr Beispiele. Manche Geschichten kenne ich schon lange (z.B. den Schmuggel eines Cellos über die Grenze), aber manche sind neu. Zum ersten Mal lerne ich mehr über ihre Kindheit in Westdeutschland, bevor sie 20 Jahre in West-Berlin gewohnt hat.

Geschichten aus der Kindheit haben eine unvoreingenommene Qualität, die mich interessiert. Die Naivität formt eine einzigartige Perspektive, geprägt von der Familie. In diesem Projekt geht es um die Erfahrungen meiner Mutter in Verbindung mit den Themen Kindheit, Religion, und Reisen. In der ersten Schreibarbeit, der „Persönlicher Essay,” wird meine eigene Erfahrung und Motivation in diesem Projekt diskutiert. In dem „Familienstammbaum” wird meine Familie und eine wichtige Zeit für dieses Projekt beschrieben. Die „Jahr” kreative Arbeit nutzt diese Zeit für eine kurze Geschichte über meine Mutter. Danach gibt es ein Interview mit meiner Mutter zum Thema “Reisen.” Ein Teil von diesem Interview bildet die Basis für die „Genealogie” Schreibarbeit.

Maria Soukup, GERM 441